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Was ist .NET Core 3.0?

Bisher konnte man mit .NET Core nur Web APIs, Webanwendungen und Konsolenanwendungen sowie Universal Windows Platform Apps erstellen. Entwickler klassischer Desktop-Anwendungen schauten in die Röhre. Microsoft hat auf der BUILD-Konferenz 2018 verkündet, dass Windows Presentation Foundation (WPF) und sogar die "alte Tante" Windows Forms im Rahmen von Version Core 3.0 auf .NET Core portiert werden. Sie laufen dann als Nuget-Pakete, allerdings nur auf Windows. Weder WPF noch Windows Forms werden durch diese Maßnahme plattformunabhängig. Dazu müsste Microsoft nicht nur den .NET-Teil beider Frameworks, sondern auch die Betriebssystemgrundlagentechniken GDI+ bzw. DirectX portieren. Zumindest GDI+ gibt es ja, denn es gibt in Mono ja auch Windows Forms.

Immerhin können mit WPF und Windows Forms auf .NET Core nur auf Windows aber Softwarehersteller, die nicht an Plattformneutralität interessiert sind, ihre bestehenden Windows-Anwendungen auf .NET Core auf Windows (ab Windows 7 bzw. Server 2008 R2 – auf älteren Windows-Versionen läuft .NET Core heute nicht!) betreiben und damit von den Vorteilen, die .NET Core im Bereich der Werkzeuge, der Geschwindigkeit und der Softwareinstallation bietet, profitieren. Neben den schon existierenden Deployment-Optionen für .NET Core als Portable App oder Self-contained App will Microsoft einen neuen .NET Core App Bundler schreiben, der per Tree Shaking nicht notwendigen Programmcode ("Dead Code") aus der Intermediate Language herauszieht. Am Ende entsteht – wie bei UWP-Apps – nur noch eine ausführbare Datei, die nur den tatsächlich verwendeten Programmcode enthält.

WPF- und Windows Forms-Anwendungen müssen für .NET Core 3.0 neu kompiliert werden. Ob dazu Änderungen am Programmcode notwendig sein werden, hat Microsoft noch nicht klar dementiert. Aktuell gibt es noch keine öffentliche Preview-Version von .NET Core 3.0. Eine fertige Version soll im "1. Quartal 2019" [https://github.com/dotnet/core/blob/master/roadmap.md] erscheinen. Man kann an diesem Zeitplan durchaus Zweifel haben. Microsoft will bei der Gelegenheit das klassische ADO.NET Entity Framework umschreiben, sodass er auf .NET Core 3.0 auf Windows läuft, da viele Desktop-Anwendungen darauf basieren. Angekündigt ist auch eine Erweiterung des .NET Standards im Rahmen von .NET Core 3.0.

Anfang August 2018 hat Microsoft den .NET Portability Analyzer [https://blogs.msdn.microsoft.com/dotnet/2018/08/08/are-your-windows-forms-and-wpf-applications-ready-for-net-core-3-0/] aktualisiert, sodass dieser nun schon die für .NET Core 3.0 geplanten Klassen berücksichtigt. .NET-Entwickler können somit schon sehen, ob ihre WPF- und Windows Forms-Anwendungen unter .NET Core 3.0 laufen werden. Microsoft kann mit dem Werkzeug sehen, welche Klassen bei Kunden im Einsatz sind und ggf. die Entscheidung für die Klassen in .NET Core 3.0 auf dieser Basis ändern. Anders als zunächst angekündigt läuft .NET Portability Analyzer aber noch nicht auf einem Prototyp von .NET Core 3.0, sondern auf dem klassischen .NET Framework.

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