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Was ist Entity Framework Core 2.0?

Entity Framework Core 2.0 ist erschienen am 14.8.2017

Entity Framework Core gibt es auch in der Version 2.0 in mehreren Nuget-Paketen, und zwar für die Datenbankmanagementsysteme Microsoft SQL Server [www.nuget.org/packages/Microsoft.EntityFrameworkCore.SqlServer], Microsoft SQL Server Compact 3.5 [www.nuget.org/packages/EntityFrameworkCore.SqlServerCompact35] und Microsoft SQL Server Compact 4.0 [www.nuget.org/packages/EntityFrameworkCore.SqlServerCompact40, SQLite [www.nuget.org/packages/Microsoft.EntityFrameworkCore.Sqlite] sowie den In-Memory-Treiber für Unit Testing [https://www.nuget.org/packages/Microsoft.EntityFrameworkCore.InMemory]. Die Aktualisierung der Treiber weiterer Hersteller wird folgen. Die für Version 1.x veröffentlichten Treiber sind nicht kompatibel zu Version 2.0, weil Microsoft - wie schon während der Beta-Phase von 1.x - abermals die Programmierschnittstelle geändert hat.

Entity Framework Core 2.0 basiert nun auf .NET Standard 2.0 und kann auf allen Plattformen laufen, die diesen API-Standard unterstützen, also .NET Framework ab Version 4.6.1, .NET Core ab Version 2.0, Xamarin.iOS ab Version 10.14, Xamarin.Android ab Version 7.5 und Xamarin.Mac ab Version 3.8. Dazu gehört aber aktuell noch nicht die Windows Universal Platform (UWP) in Windows 10. Hier kommt erst im Herbst mit dem Windows 10 Fall Creators Update [https://www.microsoft.com/en-us/windows/upcoming-features] die Unterstützung für .NET Standard in Version 2.0.

Entity Framework Core 2.0 erhält einige neue Features, wie globale Datenfilter, die in der Kontextklasse definierbar sind und auf alle Abfragen einschließlich Eager Loading-Befehle wirken. Damit lassen sich Mandantenfähigkeit und besondere Anforderungen wie ein Soft Delete (Markieren eines Datensatz als gelöscht, statt ihn wirklich zu löschen) realisieren. Instanzen des Entity Framework-Kontextes können nun mit AddDbContextPool<T>() vorab erzeugt und in einem Pool verwaltet werden, sodass Webanwendungen bei eingehenden HTTP-Anfragen schneller darauf zugreifen können. Bei der Verwendung von SQL für Abfragen kann der Entwickler nun die in C# 6.0 eingeführte String-Interpolations-Syntax zum Zusammenbau des SQL-Befehls verwenden. Entity Framework Core sorgt dabei dafür, dass es zu keinem SQL-Injektionsangriff kommen kann (siehe Listing).

   string ort = "Berlin";
   using (var ctx = new WWWingsContext())
   {
   ctx.Log();
   IQueryable<Flug> flugliste = ctx.FlugSet.FromSql($@"Select * from Flug where Abflugort={ort}");
   Console.WriteLine(flugliste.Count());
   foreach (var flug in flugliste)
   {
   Console.WriteLine(flug);
   }
   }
Listing: String Interpolation bei SQL-Befehlen in Entity Framework Core 2.0

Microsoft hat in einigen Situationen die Übersetzung von LINQ zu SQL verbessert und führt nun einige Befehle in der Datenbank statt im RAM aus (vgl. Release Notes zu Entity Framework Core 2.0 [https://github.com/aspnet/EntityFramework/releases]). In einem ersten Test hat Entity Framework Core 2.0 im Gegensatz zur 1.1-Version tatsächlich nun Abfragen mit ToString().Contains() und AddDays() korrekt in SQL übersetzt. Leider gilt das nicht für den wichtigen Operator GroupBy, der weiterhin alle Datensätze ins RAM lädt, um sie dort zu gruppieren, was in der Praxis häufig nicht akzeptabel ist. Benutzer auf github reagieren darauf mit großem Unverständnis. Silveria Miranda kommentiert: "Two years and almost two versions later this basic function has not yet been implemented nor is it in the priorities. The EntityFramework Core should still be in beta and not going to version 2.0" [https://github.com/aspnet/EntityFramework/issues/2341].

Microsoft selbst hatte die Übersetzung von Group By in seiner Roadmap für Entity Framework Core [https://github.com/aspnet/EntityFramework/wiki/Roadmap] als "kritisches Feature, das fehlt" bezeichnet. Ein Blick in die Roadmap offenbart, dass Microsoft aber auch zahlreiche andere Funktionen aus dieser Liste in Entity Framework Core 2.0 nicht umgesetzt hat, was verwunderlich ist, da andere, nebensächlichere Funktionen realisiert wurden. Microsoft hat seine eigene Liste also leider nicht ernstgenommen.

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